Meister Adoy – Was ist Erleuchtung – eine humorvolle Geschichte

Meister Adoy – Was ist Erleuchtung – eine humorvolle Geschichte

Auf die Frage, was Liebe ist, antwortet der Meister immer

“Liebe ist, wenn ein Mensch aussieht, wie eine Kartoffel, aber der andere Mensch darin eine heiße Pommes Fritte sieht.”

Wenn ich ihn fragte, was Erfolg ist und wie ich meine Ziele erreiche, wirkte der Meister auf mich stets leicht schizophren,

als ob er selbst nicht genau wüsste, was Erfolg eigentlich ist – aber inspirierend waren seine Sprüche schon, wenn man einmal genauer drüber nachgedacht hat.

 

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Seine erste Antwort war zunächst immer:

“Mein Junge, du hast kein echtes Ziel. Du selbst bist das einzig echte Ziel.”

 

Doch gleichzeitig zitierte er immer Dürrenmatt:

“Je planmäßiger die Menschen vorgehen, desto wirksamer trifft sie der Zufall.”

 

Bedeutet das jetzt, dass ich planmäßig auf mein Ziel zusteuern sollte, welches ich bereits selbst bin oder…

Oder bedeutet es, dass ich mein Ziel bereits permanent erreicht habe und nicht soviel planen sollte,

denn der Zufall würde mich wieder nur wirksam daran erinnern,

dass meine Pläne als einziges Ziel immer wieder zu mir zurückkehren?

 

Wie auch immer – in beiden Fällen bin ich Selbst das Ziel und finde mich Selbst,

ist doch alles wunderbar, der alte Adoy war gar nicht mal so blöd.

 

Spiritualität in Costa Rica – Pura Vida

In Costa Rica betrachtet man das Ganze aus der Sicht des “Pura Vida”.

Pura Vida ist Spanisch und bedeutet auf Deutsch übersetzt soviel wie “Pures Leben”.

Konzepte und Vorstellungen darüber, wie man zu Leben hat, gibt es hier viel weniger, als in Deutschland.

Das übergeordnete Konzept lautet mit Pura Vida im Grunde:

 

Genieße das pure Leben

Ein ziemlich cooles Konzept, oder? Es ist wohl auch die Verbundenheit zur Natur, welche den Costa Ricanern das pure Leben so einfach macht.

Damals, als absolut sturr-sinniger Verstandsmensch und bekennender Atheist

ich einen der Dorfältesten in einem wundervollen, kleinen Dörfchen:

“Weißt du, wo Gott wohnt?

Wenn du mir zeigst, wo Gott ist, gebe ich dir 100 Dollar.”

Der Häuptling lächelte mich nur an und erwiderte leicht ironisch:

“Wenn du mir sagen kannst, wo Gott nicht wohnt, gebe ich dir 200 Dollar.”

Touché – damals schmunzelte ich drüber, heute verstehe ich den echten Wert dieser Antwort – nachdem ich mich mit den Lehren des Zen beschäftigt habe.

 

Ich bin Gott, du bist Gott, Er-Sie-Es ist Gott

Beim Leben des Zen geht es stets darum, frei zu sein. Frei von der Vergangenheit, frei von Gedanken über die Zukunft. Frei von Wünschen und frei von Begierden. Der Zen kennt keinen Weg, sondern nur das Hier und Jetzt.

Ein Meister wurde einmal gefragt, was Zen sei. Seine Antwort war: “Eins nach dem anderen”. Ein anderer Meister wurde gefragt: “Meister, erklärst du mir, was Liebe ist?”. Die Antwort war: “Keine Lust.” Diese Zweideutigkeit braucht vielleicht ein wenig.

Wenn Gott überall ist – ist der Himmel dann auch überall? Diese Frage sollte sich mir nach nicht allzulanger Zeit durch eine besonders inspirierende Persönlichkeit klären. Stefan Hiene erklärt ganz einfach: Stell dir vor, du stirbst und stehst vor Gott. Noch bevor du etwas sagen kannst, fragt er dich: Und, wie wars im Himmel? Krasse Frage, nicht wahr? Schon lustig, wenn man sich einmal klar macht, dass wir bereits im Himmel sind – Wie würdest du Hier und Jetzt reagieren, wenn ich dich frage, wie es hier im Himmel so ist?

Mario Amenti wird da sogar noch ein bisschen deutlicher. Wir werden alle von unserem wahren Selbst getragen, unserer Intuition, wir sind Spielfiguren der Göttlichkeit und Mario sagt ganz klar:

“Du wirst vom Selbst getragen – egal, wie schwer du bist.“

Hier findest du das kostenlose Buch Glückskinder*

 

Die Selbstverliebtheit des Meister Adoy

Kennst du das Problem, dir Sorgen darüber zu machen, was andere über dich denken? Meister Adoy hatte damit natürlich kein Problem – zumindest zu Lebzeiten. Wer weiß – vielleicht kann er jetzt sein Karma sehen und bekommt eine Retour-Kutsche für all seine Sprüche. Oder er sitzt dort oben im Himmel und lacht auf – wie zu Lebzeiten auch schon – seinem etwas zu hohen Podest:

Meister Adoy hat es geliebt, Karl Valentin zu zitieren:

“Wo alle das gleiche denken, wird nicht viel gedacht.”

Jedes mal, wenn ihm jemand sagt, er sei nicht gesellschaftsfähig, sagt er: “Sieh dir doch die moderne Gesellschaft einfach mal etwas genauer an. Dann wirst du erkennen, weshalb ich ganz froh bin, nicht gesellschaftsfähig zu sein.”

Wenn ihn dann mal jemand fragt, was er so verdient, antwortet er stets
“Ich verdiene ein absolut geiles Leben!”

Weiterhin erklärte er mir:

“Letztendlich ist es so, dass ich durch die Gesamtverblödung meiner Umgebung plötzlich in die intellektuelle Ecke gedrängt worden bin. Eigentlich wollte ich nur Freiheit – aber man kann sich eben nicht aussuchen, ob man zu den Intellektuellen gehört oder nicht.

Von hier aus, nachdem man sich befreit hat, kann man wunderbar realisieren, wo das große Problem innerhalb der Gesellschaft besteht – das Hamsterrad sieht von Innen ganz einfach aus, wie eine Karriereleiter und der Mensch liebt den Erfolg – kein Wunder, dass man da immer weiter rennt.”

 

Die eigene Dummheit erkennen

Wenn ich dann mal erwähne, dass Adoy selbst auch nicht immer der Hellste ist, erwidert er frech: “Ich kann nicht sagen, dass ich grundsätzlich immer intelligent bin, aber ich würde behaupten, ich bin so klug, dass ich immerhin merke, wenn ich dumm bin. Das macht meine Dummheit zwar auch nicht rückgängig aber wer seine eigene Dummheit realisiert, ist gleichzeitig von ihr befreit – verstehst du, mein Junge?”

Und gewissermaßen hat der alte Adoy mit seiner hochtrabenden Art und dem bereits im Himmelreich eingezogenen, spirituellen Ego schon wieder Recht. Eins muss man ihm lassen – er hat gute Gründe für seine Hochnäsigkeit. Außerdem würde er bei diesem Thema auch Zuspruch bekommen von allseits bekannten und beliebten Bob Marley, der hat mir nämlich verraten:

“Der Tag, an dem du aufhörst, das Rennen mitzumachen, ist der Tag, an dem du das Rennen gewinnst.” Er hatte recht. Seitdem ich weniger renne, kann ich das Leben mehr genießen und wenn ich jetzt mal renne, dann nur noch aus Spaß.

Man merkt, dass der Meister Adoy zeitweise in seiner eigenen Traumwelt lebt und selbst noch einige Traumata hat. Aber vielleicht geht es gar nicht darum, alles aus der Vergangenheit aufzulösen und zu heilen, sondern mit all den Erfahrungen der Vergangenheit im Hier und Jetzt zu leben, um das Leben einfach nur jede Sekunde zu genießen. Was den Genuss des Hier und Jetzt betrifft, kann man den alten Adoy wirklich als Meister bezeichnen.

Kaum jemand schafft es, das Hier und Jetzt so sehr zu genießen, wie er. Man erkennt in seinen Bewegungen, in seinen Augen, ja auch in seiner Stimme und sogar in der Art wie er riecht, dass er alles voll und ganz auskostet. Ich schätze das liegt daran, dass er sich irgendwann einfach radikal dazu entschieden hat, jede Sekunde als Geschenk zu betrachten. Irgendwann sind da alle anderen Gedanken aus dem Gehirn verschwunden und falls du doch was anderes denkst, ist dort ein anderer Gedanke, der noch viel lauter und mächtiger ist: Das Leben ist ein Geschenk.

 

Das Leben ist ein verrücktes Wunder

Bloß Alkohol verträgt der Meister kaum. Ein paar Bierchen oder auch ein oder zwei Gläser Wein sind in Ordnung, aber wenn es mehr wird oder auch Whiskey und Rum angeboten werden, hält er sich meistens zurück.

Nachdem er einmal ein recht peinliches Erlebnis hatte – welches im Grunde eigentlich lustig war – verkneift er es sich, zu viel zu trinken. Wir waren in einer Taverne und nach einigen Gläsern Whiskey murmelte er leise “Das Leben als Erwachsener ist mir echt zu stressig geworden. Ich bestell mir einfach Kinderspielzeug, ein Dreirad und werd wieder Kind!”.

Natürlich konnten wir uns dabei das Lachen nicht verkneifen – er hat es uns ein bisschen übel genommen. Nachdem ich ihn am nächsten Tag noch einmal darauf ansprechen wollte, hat er das Gespräch gemieden und auch sonst kein Wort mehr darüber verloren. Wenn jemand das Thema anspricht, kann ich in seinem Gesicht erkennen, dass er einige Teile der Vergangenheit nicht mehr in seinem Leben haben möchte – aber das ist ja auch okay, schließlich leben wir ja auch immer im Hier und Jetzt.

Ich jedenfalls habe durch dieses Geschehnis etwas wirklich wertvolles gelernt. Eine Peinlichkeit ist nicht zwangsläufig ein Fehler und selbst, wenn man mal einen Fehler macht, ist das gar nicht mal so schlimm. Seitdem ich nämlich merke, dass mich meine Fehler voran bringe, wenn ich aus ihnen lerne, denke ich ernsthaft darüber nach, noch mehr Fehler zu machen.

Eine seiner Weisheiten gefällt mir besonders gut:

“Nur, wer gelegentlich vom Weg abkommt, kann auch mal die Umgebung erkunden.”

Da hat der Meister Adoy wirklich recht – er hatte auch immer viele, andere Weisheiten wie zum Beispiel von Buddha auf Lager. Wenn jemand länger als ein paar Minuten wütend war, zitierte der Meister stets Buddha mit dem Satz “Wut festhalten ist wie Gift trinken und darauf zu warten, dass der andere stirbt.”

Mein Buch ist leider noch nicht ganz fertig – Mehr Inspirationen zur inneren Erleuchtung findest du aber auch im kostenlosen Buch Glückskinder*.